Jahreshauptversammlung der FFW Stadt Abenberg e.V.
Umfangreiche Berichte über arbeitsreiches Jahr und Wiederwahl der Kassenverwalterin
„Gasrohr-Einsatz“ im Januar – Übernahme des neuen Fahrzeugs HLF 20 /16 – zahlreiche Ausbildungsveranstaltungen und Lehrgänge
Eine umfangreiche Bilanz für das abgelaufene Übungs- und Einsatzjahr präsentierten die Verantwortlichen in Vorstand und technischer Leitung der Abenberger Stützpunktwehr in der diesjährigen Jahreshauptversammlung. Freudiger Höhepunkt des Jahres war die Übernahme des neuen Fahrzeugs HLF 20 / 16, dagegen hatte der Einsatz beim Leck der Gasleitung in der Stadtmitte allen Verantwortlichen einen gehörigen Schrecken eingejagt. In der Sitzung selbst wurde den aktiven Kräften die neue Organisationsstruktur der Wehr erläutert und schließlich stand noch die turnusgemäße Neuwahl für das Amt des Vereinskassenwarts an.
Der stellvertretende Vorsitzende Adolf Schmidt, der anstelle des verhinderten Thomas Martin die Versammlung leitete, und Kommandant und Kreisbrandmeister Josef Höfling begrüßten zu der Mitgliederversammlung im Unterrichtsraum des Gerätehauses Abenberg neben den 50 anwesenden Mitgliedern insbesondere den Ersten Bürgermeister der Stadt Abenberg, Werner Bäuerlein, und Kreisbrandinspektor Hans-Peter Lohmüller.
Das zentrale Ereignis des zurückliegenden Jahres bei der Abenberger Wehr war die Übernahme des neuen Hilfeleistungslöschfahrzeugs HLF 20 /16. Das neue Fahrzeug ist mit einer umfangreichen Lösch- und Hilfeleistungsausrüstung sowie einem Wassertank mit 2.000 l Fassungsvermögen ausgestattet. Hinzu kommen moderne technische Einrichtungen, u.a. eine Wärmebild-Kamera, die vor allem bei der Rettung von Menschenleben wertvolle Hilfe leisten kann. Insgesamt ist das neue Gerät sehr vielseitig einsetzbar und deshalb eine wichtige Ergänzung zum bestehenden Fuhrpark, der nach über 25-jähriger Dienstzeit nun doch sehr in die Jahre gekommen ist.
Nach einer rd. zweijährigen Vorbereitungsphase, in der die technische Leitung der Wehr von Bürgermeister Bäuerlein eng in die Planung miteinbezogen worden war, konnten die Kommandanten, Gruppenführer und aktive Kräfte im September 2006 das neue Fahrzeug endlich in Empfang nehmen. Dies geschah im Rahmen eines offiziellen Festakts mit kirchlicher Weihe und Übergabe am 22. September 2006, an dem auch zahlreiche Ehrengäste von Landkreis, Stadt und Feuerwehren der Umgebung teilgenommen haben.
Noch allen frisch in Erinnerung war der Gasaustritt Ende Januar 2007 am Abenberger Stillaplatz, mitten im Herzen der Stadt zwischen Rathaus und Stadtpfarrkirche. Bürgermeister Bäuerlein sagte, dieser Fall zeige, wie schnell auch im Zentrum der Stadt ein Katastrophenfall eintreten könne. Der Schrecken war groß, denn noch standen allen unmittelbar Betroffenen, die während der Reparaturarbeiten ihre Häuser verlassen mussten, die schrecklichen Szenen nach der Gasexplosion in Lehrberg vor Augen. Im Vergleich dazu erwies sich der Vorfall in Abenberg im nach hinein aber als harmlos, gleichwohl hatte er anfangs allen Beteiligten einen doch gehörigen Schrecken eingejagt.
Der Bürgermeister lobte die umsichtige Arbeit seiner Stützpunktwehr in der kritischen Phase des Vorfalls: die Wehr hatte bei der weiträumigen Absperrung der Umgebung mitgewirkt und mithilfe der Atemschutz-Ausrüstung auch bei der Behebung des Schadens mitgewirkt. Auch Kreisbrandinspektor Hans-Peter Lohmüller stellte fest, dass die Wehr ihren ersten derartigen Einsatz gut gemeistert habe.
Die Fahrzeug-Übergabe und der Gasleck-Einsatz standen auch im Mittelpunkt der Berichte von Vorstand und Kommandant.
Kommandant Josef Höfling listete darüber hinaus in seinem umfangreichen technischen Bericht Einsätze sowie Übungen und sonstige Ausbildungsveranstaltungen auf. Im Berichtsjahr hatte es insgesamt 44 Einsatzalarmierungen gegeben, im wesentlichen kleinere Einsätze vor allem im technischen Bereich (30 Einsätze insbesondere im Straßenverkehr) daneben 5 ebenfalls kleinere Brandeinsätze, mehrere Sicherheits-Brandwachen und auch zwei Fehlalarme. Insgesamt wurden hierbei mehr als 800 Stunden geleistet.
Im Vorbereitungsdienst waren insgesamt 24 Gruppenübungen sowie drei Übungen der gesamten Wehr abgehalten worden. Daneben hatten die Wehrmänner verschiedene Lehrgänge besucht, insbesondere die Maschinisten und die Atemschutzgeräteträger. Jörg Heiling aus der Nachwuchsgruppe hat einen Gruppenführer-Lehrgang an der Feuerwehrschule Würzburg erfolgreich absolviert und ist zur Führungskraft im ersten Zug aufgestiegen.
Besonders aktiv war wieder die Feuerwehrjugend. Neben den gesonderten Übungen im
Rahmen ihres wöchentlichen Zusatz-Dienstes hatten 9 Anwärter und Anwärterinnen
am jährlichen Wissenstest und ebenfalls 9 Juge
ndliche
am sog. Truppmann-II-Lehrgang teilgenommen. In diesem zweiten Teil der
theoretischen und praktischen Grundausbildung der Feuerwehr-Anwärter erzielten
Christina Zver und Kerstin Schmidt als Lehrgangs-Beste unter insgesamt 21
Teilnehmern jeweils ein Spitzenergebnis. Auch bei den Jugendfeuerwehrtagen in
Roth und in Dillingen waren die Anwärter vertreten und konnten bei den
Wettspielen mittlere bis gute Plätze erreichen.
Im Berichtsjahr haben Mitglieder der Wehr zudem turnusgemäß ihre Leistungsprüfungen für den Löscheinsatz und für technische Hilfeleistung absolviert und konnten dabei Leistungsabzeichen aller Stufen erwerben. Insgesamt haben alle Mitglieder der Wehr rd. 800 Stunden im Rahmen von Ausbildungen und Lehrgängen absolviert.
Hinzu kommt die eher „stille“ Arbeit in der Gerätewartung und beim Arbeitsdienst am Gerätehaus. Hier wurden unter Leitung von Gerätewart Frank Wechsler rd. 290 Stunden geleistet. Für die Fortbildung der Geräteträger und für die Pflege der Geräte im Atemschutzbereich ist Gruppenführer Roland Seitz verantwortlich, unterstützt von Alexander Nowak. Der Kommandant dankte beiden für ihre sorgfältige Arbeit, da hiervon die Gesundheit der Geräteträger abhängt.
Bürgermeister Bäuerlein und Kreisbrandinspektor Lohmüller zeigten sich beeindruckt von der Bilanz des Kommandanten. Beide äußerten ihren Respekt vor der Fülle der Aufgaben, die die Führungsmitglieder und Aktiven Jahr für Jahr bewältigen.
Der stellvertretende Vorsitzende Adolf Schmidt berichtete aus dem Vereinsleben mit vielen gelungen Veranstaltungen. Daneben hatte die Wehr wiederum bei vielen Veranstaltungen anderer Vereine im Stadtgebiet teilgenommen oder auch mitgewirkt und so zu deren Gelingen beigetragen. Bürgermeister Bäuerlein war auch hiervon sehr angetan, denn die Mitarbeit der Wehr ist nach seinen Worten eine große Stütze für eine große Zahl von Veranstaltungen im Stadtgebiet und insbesondere auf der Burg Abenberg.
Bei der anstehenden Neuwahl des Kassiers blieb die amtierende Kassenverwalterin Silke Selz ohne Gegenkandidaten. In der offenen Abstimmung erhielt die sorgfältige Kassenwartin 46 von 47 möglichen Stimmen bei eigener Enthaltung und wurde damit für weitere 6 Jahre im Amt bestätigt.
Ein weiterer zentraler Punkt der Versammlung war die detaillierte Information der Mitglieder über die Neuorganisation der aktiven Kräfte, vorgetragen von den beiden Kommandanten.
Die bisherige Gruppen-Struktur mit je 9 Mitgliedern hat sich in den letzten Jahren zunehmend als zu kleinteilig erwiesen. In den Übungen konnten Einsatzsituationen nur teilweise simuliert werden, oft war die Übungsarbeit auf nur einzelne Aspekte der realen Anforderungen beschränkt.
Deshalb werden ab Übungsjahr 2007 zwei Löschzüge gebildet, in denen die bisherigen Gruppen zusammengefasst werden. An der Spitze stehen mit Gerd Gruber im Zug 1 und Josef Höfling im Zug 2 die beiden Kommandanten, unterstützt von den Gruppenführern Jens Meyer, Jörg Heiling und Michael May sowie Richard Kolb, Roland Seitz und Thomas Schneider.
Damit werden größere, umfassender einsetzbare Einheiten insbesondere für die Übungsarbeit gebildet, ohne die in vielen Jahren gewachsene Gruppen-Struktur gänzlich aufzulösen. In einer Übergangsphase wird den neuen Einheiten zudem genügend Zeit zur „Eingewöhnung“ gegeben. Insgesamt hofft man bei der Leitung der Wehr, die Einsatzarbeit wie auch die Vorbereitung hierzu noch effektiver gestalten zu können. Beibehalten werden natürlich auch die Übungen mit der gesamten Wehr, in denen aber eher die denkbaren Szenarien von Großeinsätzen insbesondere bei Bränden mit und ohne zusätzliche technische Hilfeleistungen durchgespielt werden.
Neben die beiden Züge treten mehrere Fachbereiche, in denen weiterhin spezielle Übungen und Lehrgänge durchgeführt werden. Dies dient insbesondere der Nachwuchsausbildung in der Jugendfeuerwehr mit den beiden Jugendwarten Jens Meyer und Jörg Heiling an der Spitze. Auch für den Atemschutz (Leiter: Roland Seitz) und die Sanitätsgruppe unter Leitung des stv. Kommandanten Gerd Gruber werden Facheinheiten gebildet.
Für Zusatzausbildungen zeichnen erfahrene Führungskräfte als Fachbereichsleiter verantwortlich. Im Bereich der technischer Hilfeleistung wurden hierzu Michael May berufen, für die Wasserförderung Richard Kolb und Thomas Schneider. Die Maschinistenausbildung leitet Kommandant Josef Höfling und für die Gerätewartung ist weiterhin Frank Wechsler zuständig. In diesen Bereichen und von den jeweiligen Fachkräften wird neben der Grundausbildung für den Nachwuchs auch weiterhin die Arbeit im Gruppen- und Spezialeinsatz geübt werden.

In der Nachwuchsarbeit ist die Wehr weiter sehr erfolgreich. Im Laufe des Übungsjahres sind mit Florian Ehard, Andreas Oberfrank, Christoph Höfling, Tim Gaberle und Patrik Walther fünf neue Anwärter zur Wehr gestoßen und wurden per Handschlag von Kommandant Höfling offiziell in die Wehr aufgenommen. Vier Anwärter wurden zudem mit Erreichen der Altersgrenze von 18 Jahren in den Kreis der Vollkräfte aufgenommen. Mit Jürgen Kuhn kehrt zudem ein früherer Aktiver wieder in die Wehr zurück.
Die Wehr konnte mit diesem Zuwachs ihre Personalstärke zumindest halten: denn im Berichtsjahr hatten zwei Mitglieder umzugsbedingt den Verein verlassen und vier ihren aktiven Dienst beendet.
Eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit ist deshalb eine der wichtigsten Aufgaben der Leitung der Wehr. Kommandant Höfling dankte deshalb seinem Jugendwart Jens Meyer für das große Engagement in diesem überaus sensiblen Bereich.
Wie in den Vorjahren haben die Mitglieder trotz ihres bereits vorbildlichen Einsatzes für ihre Mitbürger doch die Hilfe für weniger begünstigte Mitglieder unserer Gesellschaft auch diesmal nicht vergessen. Die traditionelle Sammlung für die Lebenshilfe-Aktion der Landkreis-Wehren ergab wie im Vorjahr einschließlich eines Beitrags aus der Vereinskasse einen Betrag von 120 €, der der Lebenshilfe Schwabach zugeführt wird.
Zum Abschluss der Versammlung präsentierte die Vorstandschaft wiederum Bilder aus Vereinsleben und Einsatztätigkeit der Wehr im Berichtsjahr 2006 / 2007
Alfred Schneider,
Schriftführer FFW Stadt Abenberg